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Traditionen pflegen

am Oberhof und im Ultental


"Wir alle stehen auf den Schultern unserer Vorfahren und wir hoffen, dass unsere Kinder und Enkel auch auf unseren Schultern werden stehen können." Nach Jean Pohle

Hofeigene Produkte

Es ist uns wichtig, hofeigene Produkte nach alter Tradition zu verarbeiten und nachhaltig zu wirtschaften. Wir nutzen Milch-, Fleisch- und Gemüseprodukte aus Stall und Garten als Hauptnahrungsquelle. Wir backen Brot , räuchern unseren Speck und legen Sauerkraut ein nach den Rezepten unserer Vorfahren.
Jährlich einmal backen wir in unserer alten Backstube ca. 100 kg Roggenbrot mit Sauerteig. Dieser wird mit dem "Heifl" einem getrockeneten, ungebackenen Brotlaib und Wasser mindestens 24 Stunden lang angesetzt und dann stufenweise mit Mehl und Wasser erweitert. Dann werden Mehl, Wasser, Salz und Gewürze zugesetzt, in der Maschine geknetet und danach "aufgemacht" d.h. es werden Fladen geformt und auf Tafeln zum Gehen ausgelegt. Inzwischen wird im Backofen Feuer gemacht und wenn die Brotlaibe genügend aufgegangen sind, werden sie im Ofen gebacken. Dieses Brot wird getrocknet und dann "gegrombelt", d.h. mit einem speziellen Hackgerät - der Grombl- zerkleinert. Zur Speckmarende oder in der Fleischbrühe als Brotsuppe angerichtet schmeckt es köstlich.
Unsere Schweine werden am Hof geschlachtet. Der Speck wird ausgelöst, gewürzt und drei Monate lang in einer Bauernselchküche geräuchert . Ein Teil des Fleisches wird zu Wurst verarbeitet, einige Tage lang geräuchert und danach getrocknet bzw. eingefroren.
Unsere Milch hingegen wird - soweit nicht am Hof verbraucht - im Milchhof Meran abgeliefert und dort weiter verarbeitet. Im Sommer aber weiden einige unserer Kühe auf der Schwemmalm und dafür bekommen wir Almkäse und -Butter .
Obst gedeiht bei uns kaum, wohl aber Beeren und Gemüse . Unsere Erdbeeren, Himbeeren und Johannisberen werden zu köstlicher Marmelade verarbeitet, der Weißkohl wird als Sauerkraut eingelegt, das überschüssige Gemüse aus dem Garten wird teilweise eingefroren. Gerne können Sie aber auch davon etwas abbekommen.
Kosten Sie unsere hofeigenen Produkte :
Milch - frisch von der Kuh
Eier - direkt aus dem Nest
Speck von unseren Schweinen
Marmeladen - solange der Vorrat reicht
Im Winter: Kartoffeln und Sauerkraut - soweit der Vorrat reicht
Im Sommer: Salat und Kräuter, Gemüse nach Saison

Bioprodukte und Selbstgemachtes aus dem Ultental

Mehrere Hofläden im Ultental - auch in der nahen Umgebung - bieten heimische Bioprodukte an: Kräuter und Kräuterprodukte, verschiedene Käsesorten, Speck und Fleischprodukte, Brot, Marmeladen , Säfte u.a.

Auf den Nachtbauernmärkten und in der Bar sea.wies an der Talstation werden zudem auch weitere heimische Produkte aus Holz, Wolle u.a. verkauft. Kuschelige Wollprodukte gibt es ganzjährig im Wollladele Bergauf in Kuppelwies.

Gaumenfreuden aus dem Ultental


Wie in fast jedem Tal haben sich auch bei uns eigene Spezialitäten und kulinarische Traditionen entwickelt. Typische alte Ultnergerichte wie "Schwarzplentene Knödl oder Ribl", "Saure Suppe" oder "Schöpsernes" werden in Events wie Ultner Genuss oder in Themenwochen wie den Ultner Lammwochen, oder den Löwenzahn- und Radicchiowochen am Deutschnonsberg angeboten. Auch die Almen, Buschenschänke, der benachbarte Hofladen Unterschweig, die Nachtbauernmärkte und viele Gastbetriebe bieten traditionelle lokale Speisen aus heimischen Produkten an. Bei keinem Fest fehlen dürfen die typischen " Ultner Mohnkrapfen. Weit über das Ultental hinaus bekannt ist das Ultner Brot , Fleisch vom Lamm und vom Laugenrind , Kräuter , Löwenzahn , Mohn und Radicchio, sowie spezielle Käsesorten wie der Grana aus den bebahbarten Nonsberg.

Ultner Traditionen


Wer Urlaub im Ultental macht, kann Kultur und Brauchtum hautnah mitzuerleben, denn Sitten und Bräuche des Talessind verbunden mit den kirchlichen Feiertagen und mit dem Ablauf des Arbeitsjahres. Besonders eindrucksvoll sind die Fronleichnahms- und die Herz Jesu -Prozession , die von Musikkapelle, Schützen, Feuerwehr, Frauen und Männern in ihren Ultner Trachten und mit Fahnen und Statuen begleitet werden. Zum Erntedankfest hingegen zieht die Bauernjugend mit den Erntegaben feierlich in die Kirche ein.

Mehrmals im Jahr erfreuen auch Musikkapellen und Theatergruppen die Zuschauer mit Konzerten und lustigen Schwänken.
Alljährlich gepflegt werden die Almabtriebe im Herbst mit schön geschmückten Kühen und Pferden, die Ultner Nachtbauernmärkte mit heimischen Produkten, der " Kuppelwieser Markt " im September, wo sich das gesamte Tal trifft, um zu handeln und zu feilschen, die Lammwochen im September, die Wildwochen im Oktober, das Krapfn lottern um Allerheiligen, das Neujahransingen oder das Backen von " Mohnkrapfen " zu Hochzeiten, Taufen oder beim letzten Heu. Neuren Ursprungs ist ein Weihnachtsmarkt im neuen Dokumentationszentrum Culten.

Das Nationalparkhaus Lahner Säge und das Ultner Talmuseum stellen die alte bäuerliche Lebensweise und alte Handwerkskünste dar und in der Winterschule Ulten werden alte Handwerkstraditionen zu neuem Leben erweckt.

Die kleine Sozialgenossenschaft "Bergauf " in Kuppelwies in Ulten hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ultner Schafwolle von den Bauern des Tales anzukaufen und - wie früher - vor Ort zu verarbeiten. Dadurch wird ein heimischer Rohstoff im Tal in Handarbeit zu hochwertigen Produkten wie Wollpantoffeln, Tischsets, Sitzauflagen, Wolldecken und Handschuhe verarbeitet.

Ultner Bauernhöfe und Almen

Über die Jahrhunderte hat sich in Ulten eine besondere Bauweise entwickelt. Die Bauernhäuser, die über das ganze Tal verstreut sind, wurden aus solidem Lärchenholz erbaut, das über die Jahrzehnte von der Sonne dunkel gefärbt wurde.
Die Giebel sind talwärts gerichtet und das Dach ist mit Lärchenschindeln gedeckt und mit Steinen beschwert. Im Gegensatz zu vielen Südtiroler Tälern blieben hier zahlreiche Höfe und Hofgruppen bis heute erhalten und erzählen die Geschichte der Familie, die oft seit vielen Generationen am Hof lebt und ihren Erbhof bewirtschaftet.
Besonders anschaulich erleben Sie die Geschichte der bäuerlichen Alltagskultur im Ultner Talmuseum in St. Nikolaus. Wer die schönsten Höfe in Ulten lieber zu Fuß entdeckt, dem sei der Ultner Höfweg ans Herz gelegt.

Wer die bäuerliche Kultur des Tales entdecken will, der findet außer im Talmuseum, auch im Nationalparkhaus Lahnersäge , in der historischen Mühle oder in der Geschichte von Schloss Eschenlohe das Gewünschte. Auch die vielen Ultner Almen - meist im traditionellen Ultner Stil erbaut und tief in die Landschaft geduckt - prägen das Landschaftsbild. Die Almen sind bedeutsam für Tourismus und Landwirtschaft, denn sie bilden eine wichtige Voraussetzung für die Viehhaltung in einem Hochgebirgstal wie Ulten. Für unsere Gäste sind sie wichtige Zielpunkte für ihre Wanderugen; hier können Sie hervorragende Ultner Speisen und Produkte wie Knödel oder Almkäse verkosten. Auf einigen Almen - wie der Schwemmalm, Fichtalm und Spitzner Alm wurden moderne Käsereien eingerichtet, die einen hervorragenden Almkäse anbieten, auf anderen kann man noch die traditionelle Almwirtschaft erleben.

Das Ultental: ein alter Kurort und Tal des Wassers


Das Ultental war dank seiner guten Luft und seiner reichen Mineralwasserquellen schon um die Jahrhundertwende ein beliebter Kurort für Fremde, die zur Entstehung der Badkultur in Ulten beigetragen haben. Archäologische Funde weisen auf die frühgeschichtlichen Ursprünge des Badwesens hin, verlassene Bäder zeugen von ihrer Existenz bis zur Jahrhundertwende.

Wasser hat im Ultental aber schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Die zahlreichen Bergseen - heute Ziel vieler Wanderungen - sind Überreste der letzten Eiszeit und ; die vielen Gebirgsbäche wurden
seit jeher verwendet um Venezianersägen , Getreidemühlen oder Schmieden zu betreiben und natürlich um die Wiesen zu bewässern. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Wasser des Ultentales auch für die Energiegewinnung entdeckt.
Die sechs Stauseen im Ultental liefern große Mengen an sauberer Energie, haben das Tal aber auch nachhaltig verändert.

Ulten - einst das Tal der Bäder und der "Sommerfrischler"

Das Ultental war einst ein begehrtes Tal für die Sommerfrische der "Hearischen" aus der Stadt und auch aus dem deutschsprachigen Raum. Dies bezeugen die Geschichte der Bäder und der Villa Hartungen. Die Bäder waren dem Stand der Besucher angepasst: So gab es für die Besseren die Herrschaftsbadln, für die Bauersleute die Bauernbadln und für die ärmeren Leute die Lotterbäder - wie der Name Lotterbad bezeugt.
Aufgrund seiner eisen- und magnesiumhaltigen Heilquelle war besonders das Mitterbad im 19. Jh. im deutschsprachigen Raum sehr beliebt. Das Wasser der Mitterbad-Quelle wurde eingesetzt als Trinkkur und für Bäder gegen Krankheiten wie Blutarmut, Frauenleiden, Nervenerkrankungen, Hautkrankheiten und Verdauungsstörungen. Unter der Leitung des damals sehr bekannten Kur-und Badearztes Dr. Christoph Hartung von Hartungen suchten viele bekannte Persönlichkeiten - darunter Otto von Bismarck, die Brüder Heinrich und Thomas Mann und vermutlich auch die Kaiserin Sissi Mitterbad auf. Auch das Sanatorium Hartunghausen - das Dr. von Hartungen als erbauen ließ - war ein beliebter Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten.

Das Wasser vom Bad Überwasser wurde früher hauptsächlich gegen z.B. Blutarmut, Schwächezustände und Frauenleiden empfohlen. Seit Beginn des 19. Jh. gab es hier einen regelmäßigen Badebetrieb. Das Wasser weist einen erhöhten Gehalt von Eisen und Mangan auf und wird daher auch heute noch für therapeutische Zwecke verwendet. Die Quellfassung wurde im Mai 2009 saniert und das Wasser zu einer „ Ruheoase “ geführt, die heute allen zugänglich ist. Neu erbaut wird das Bad Überwasser, das in Zukunft die alte Bäderkultur hoffentlich wieder zum Leben erwecken soll.

Wasser - Höhenluft - Bergkräuter: Bergurlaub ist gesund!

Dass gutes Wasser, reine Luft und Bewegung gesund erhalten und auch wesentlich zur Genesung Kranker beitragen, wusste schon der bekannte Kur-und Badearzt Dr. Christoph Hartung von Hartungen, der um die Jahrhundertwende in Ulten ordinierte. Daher hat er zwischen St. Nikolaus und St. Gertraud den Luftkurort Hartunghausen als Sanatorium und Sommersitz errichtet, wo Künstler und Schriftsteller wie Peter Rosegger, Heinrich Mann u.a. auf seine Einladung hin verweilten. Quellwasser trinken, Kneippbäder am nahen Wasserfall nehmen und - zur Kräftigung der Lungen - Spazierwege im Wald graben, das war die Haupttherapie des Dr. von Hartungen, mit der er auch gute Erfolge erzielte.

Im Sommer 2018 wird die Villa Hartungen wiedereröffnet. Yogakurse und Kneipp- und Kräuterkuren sollen den Ruhesuchenden helfen, wieder zu sich und zu einer natürlichen Lebensweise zu finden - ganz im Sinne von Dr. von Hartungen

Auch unsere Vorfahren wussten um die gesundheitliche Bedeutung der Ultner Naturschätze Wasser, Holz und Kräuter. Die Einrichtungen und Täfelungen in den heimischen Bauernhäusern und - Stuben bestehen vielfach aus heimischem Zirbenholz. Heute feiert das Zirbenholz ein verdientes comeback, denn eine EU-Studie - in Auftrag gegeben vom Südtiroler Bauernbund - hat die positive Wirkung des Zirbenholzes wissenschaftlich untermauert. Ein gesundes Raumklima, bedingt durch den angenehmen und entspannenden Zirbenduft, ist entscheidend für einen erholsamen Schlaf.

Schon vor Jahrtausenden wussten die Menschen auch die Heilkraft spezieller Pflanzen und Bergkräuter für sich zu nutzen, jedoch mit dem Einzug der modernen Medizin sind diese zunehmend in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahren erlangte die Pflanzenheilkunde wieder mehr Bedeutung und hat sich heute zu einem Trend entwickelt. Arnika, Kamille und Ringelblume sind nur einige unter vielen Heilpflanzen, die durch ihre vielfältige Wirkung einen festen Platz im Bereich von Gesundheit und Wellness gefunden haben.

Die Kräuterbücher der Treiner Rosa

Die beiden Kräuterbücher der Treiner Rosa enthalten ca. hundert Rezepte für Heilmittel wie Blutreinigungstee, Schwedenbitter oder Nervensalbe, die sie verfasst, gesammelt, ergänzt und angewandt hat. Die Treiner Rosa wurde auf dem Oberhof geboren und ist hier aufgewachsen. Nach einem schweren Unfall hat Rosa sich zunehmend mit der Volksmedizin beschäftigt. Nach ihrem Tode im Jahr 2000 haben Freunde und Verwandte alle Rezeptunterlagen und Aufzeichnungen gesammelt und aufgearbeitet, um sie in Buchform der Nachwelt zu überliefern. Unter diesem Link finden Sie eine schöne Aufbereitung/Besprechung vom neuen Buch der Treiner Rosa: http://blog.wohlgeraten.de/altes-wissen-die-kraeuter-der-treiner-rosa/

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