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Traditionen pflegen am Oberhof und im Ultental



Die Wertschtzung der buerlichen Kultur und Tradition ist die Grundlage fr das Weiterbestehen der Erbhfe und fr einen nachhaltigen Tourismus. Brot backen, Speck ruchern, Kruter und Beeren anbauen und eigene Produkte veredeln werden bei uns ebenso gepflegt wie die traditionelle Blockbauweise mit Schindeldchern.

Hofeigene Produkte - Kulinarisches


Es ist uns wichtig, hofeigene Produkte nach alter Tradition zu verarbeiten und nachhaltig zu wirtschaften. Wir nutzen Milch-, Fleisch- und Gemseprodukte aus Stall und Garten als Hauptnahrungsquelle. Wir backen Brot, ruchern unseren Speck und legen Sauerkraut ein nach den Rezepten unserer Vorfahren.
Jhrlich einmal backen wir in unserer alten Backstube ca. 100 kg Roggenbrot mit Sauerteig. Dieser wird mit dem "Heifl" einem getrockeneten, ungebackenen Brotlaib und Wasser mindestens 24 Stunden lang angesetzt und dann stufenweise mit Mehl und Wasser erweitert. Dann werden Mehl, Wasser, Salz und Gewrze zugesetzt, in der Maschine geknetet und danach "aufgemacht" d.h. es werden Fladen geformt und auf Tafeln zum Gehen ausgelegt. Inzwischen wird im Backofen Feuer gemacht und wenn die Brotlaibe gengend aufgegangen sind, werden sie im Ofen gebacken. Dieses Brot wird getrocknet und dann "gegrombelt", d.h. mit einem speziellen Hackgert - der Grombl- zerkleinert. Zur Speckmarende oder in der Fleischbrhe als Brotsuppe angerichtet schmeckt es kstlich.

Unsere Schweine werden am Hof geschlachtet. Der Speck wird ausgelst, gewrzt und drei Monate lang in einer Bauernselchkche verarbeitet, einige Tage lang geruchert und danach getrocknet bzw. eingefroren.
Unsere Milch hingegen wird - soweit nicht am Hof verbraucht - im Milchhof Meran abgeliefert und dort weiter verarbeitet. Im Sommer aber weiden einige unserer Khe auf der Schwemmalm und dafr bekommen wir Almkse und -Butter.
Obst gedeiht bei uns kaum, wohl aber Beeren und Gemse. Unsere Himbeeren und Johannisberen werden zu kstlicher Marmelade verarbeitet, der Weikohl wird als Sauerkraut eingelegt, das berschssige Gemse aus dem Garten wird teilweise eingefroren. Gerne knnen Sie aber auch davon etwas abbekommen.

Kosten Sie unsere hofeigenen Produkte :
Milch - frisch von der Kuh
Eier - direkt aus dem Nest
Speck von unseren Schweinen
Marmeladen - solange der Vorrat reicht
Im Winter: Kartoffeln und Sauerkraut - soweit der Vorrat reicht
Im Sommer: Salat und Kruter, Gemse nach Saison

Bioprodukte und Spezialiten aus dem Ultental und Deutschneonsberg

Mehrere Hoflden im Ultental - auch in der nahen Umgebung - bieten heimische Bioprodukte an: Kruter und Kruterprodukte, verschiedene Ksesorten, Speck und Fleischprodukte, Brot, Marmeladen, Sfte u.a. an. Auf den Nachtbauernmrkten und in der Bar sea.wies an der Talstation werden zudem auch weitere heimische Produkte aus Holz, Wolle u.a. verkauft. Kuschelige Wollprodukte gibt es ganzjhrig im Wollladele Bergauf in Kuppelwies.
Wie in jedem Tal haben sich auch in Ulten eigene Spezialitten und kulinarische Traditionen entwickelt. Typische alte Ultnergerichte wie "Schwarzplentene Kndl oder Ribl", "Saure Suppe" oder "Schpsernes" werden in Events wie Ultner Genuss oder in Themenwochen wie den Ultner Lammwochen oder den Lwenzahn- und Radicchiowochen am Deutschnonsberg angeboten. Auch die Almen, Buschenschnke, Hoflden, die Nachtbauernmrkte und viele Gastbetriebe bieten traditionelle lokale Speisen aus heimischen Produkten an. Bei keinem Fest fehlen drfen die typischen "Ultner Mohnkrapfen". Weit ber das Ultental hinaus bekannt ist das Ultner Brot, Fleisch vom Laugenrind, Lwenzahn-und Radicchiospezialitten und Ksesorten wie der "Grana" vom Deutsch-Nonsberg.

Ultner Traditionen


Wer Urlaub im Ultental macht, kann Kultur und Brauchtum hautnah mitzuerleben, denn Sitten und Bruche des Tales sind verbunden mit den kirchlichen Feiertagen und mit dem Ablauf des Arbeitsjahres. Besonders eindrucksvoll sind die Fronleichnahms- und die Herz Jesu -Prozession , die von Musikkapelle, Schtzen, Feuerwehr, Frauen und Mnnern in ihren Ultner Trachten und mit Fahnen und Statuen begleitet werden. Zum Erntedankfest hingegen zieht die Bauernjugend mit den Erntegaben feierlich in die Kirche ein. Mehrmals im Jahr erfreuen auch Musikkapellen und Theatergruppen die Zuschauer mit Konzerten und lustigen Schwnken.
Alljhrlich gepflegt werden die Almabtriebe im Herbst mit schn geschmckten Khen, die Ultner Nachtbauernmrkte mit heimischen Produkten, der "Kuppelwieser Markt" im September, wo sich das gesamte Tal trifft, um zu handeln und zu feilschen, die Lammwochen im September, die Wildwochen im Oktober, das Krapfn lottern um Allerheiligen, das Neujahransingen oder das Backen von " Mohnkrapfen " zu Hochzeiten, Taufen oder beim letzten Heu. Neueren Ursprungs sind die Weihnachtsmrkte. Das Nationalparkhaus Lahner Sge und das Ultner Talmuseum stellen die alte buerliche Lebensweise und alte Handwerksknste dar und in der Winterschule Ulten werden alte Handwerkstraditionen zu neuem Leben erweckt.
Die kleine Sozialgenossenschaft "Bergauf" in Kuppelwies in Ulten hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ultner Schafwolle von den Bauern des Tales anzukaufen und - wie frher - vor Ort zu verarbeiten. Dadurch wird ein heimischer Rohstoff im Tal in Handarbeit zu hochwertigen Produkten wie Wollpantoffeln, Tischsets, Sitzauflagen, Wolldecken und Handschuhe verarbeitet.



Ultner Bauernhfe und Almen

ber die Jahrhunderte hat sich in Ulten eine besondere Bauweise entwickelt. Die Bauernhuser, die ber das ganze Tal verstreut sind, wurden aus solidem Lrchenholz erbaut und das Dach ist mit Lrchenschindeln gedeckt und mit Steinen beschwert. Im Gegensatz zu vielen Sdtiroler Tlern blieben hier zahlreiche Hfe und Hofgruppen bis heute erhalten und erzhlen die Geschichte der Familie, die oft seit vielen Generationen am Hof lebt und ihren Erbhof bewirtschaftet. Auf einer Wanderung am Ultner Hfeweg knnen Sie die schnsten und urigsten Hfe und Hofgruppen entdecken.
Auch die vielen Ultner Almen - meist im traditionellen Ultner Stil erbaut und tief in die Landschaft geduckt - prgen das Landschaftsbild. Die Almen sind bedeutsam fr Tourismus und Landwirtschaft, denn sie bilden eine wichtige Voraussetzung fr die Viehhaltung in einem Hochgebirgstal wie Ulten. Fr unsere Gste sind sie wichtige Zielpunkte fr ihre Wanderugen; hier knnen Sie hervorragende Ultner Speisen und Produkte wie Kndel oder Almkse verkosten. Auf einigen Almen - wie der Schwemmalm, Fichtalm und Spitzner Alm wurden moderne Ksereien eingerichtet, die einen hervorragenden Almkse anbieten, auf anderen kann man noch die traditionelle Almwirtschaft erleben.

Das Ultental: ein alter Kurort und Tal des Wassers


Das Ultental war dank seiner guten Luft und seiner reichen Mineralwasserquellen schon um die Jahrhundertwende ein beliebter Kurort fr Fremde, die zur Entstehung der Badkultur in Ulten beigetragen haben. Archologische Funde weisen auf die frhgeschichtlichen Ursprnge des Badwesens hin, verlassene Bder zeugen von ihrer Existenz bis zur Jahrhundertwende.
Wasser
hat im Ultental aber schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Die zahlreichen Bergseen - heute Ziel vieler Wanderungen - sind berreste der letzten Eiszeit und die vielen Gebirgsbche wurden seit jeher verwendet um Venezianersgen, Getreidemhlen oder Schmieden zu betreiben und natrlich um die Wiesen zu bewssern. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Wasser des Ultentales auch fr die Energiegewinnung entdeckt.
Die sechs Stauseen im Ultental liefern groe Mengen an sauberer Energie, haben das Tal aber auch nachhaltig verndert.

Ulten - einst das Tal der Bder und der "Sommerfrischler"

Das Ultental war einst ein begehrtes Tal fr die Sommerfrische der "Hearischen" aus der Stadt und auch aus dem deutschsprachigen Raum. Dies bezeugen die Geschichte der Bder und der Villa Hartungen. Die Bder waren dem Stand der Besucher angepasst: So gab es fr die Besseren die Herrschaftsbadln, fr die Bauersleute die Bauernbadln und fr die rmeren Leute die Lotterbder - wie der Name Lotterbad bezeugt.
Aufgrund seiner eisen- und magnesiumhaltigen Heilquelle war besonders das Mitterbad im 19. Jh. im deutschsprachigen Raum sehr beliebt. Das Wasser der Mitterbad-Quelle wurde eingesetzt als Trinkkur und fr Bder gegen Krankheiten wie Blutarmut, Frauenleiden, Nervenerkrankungen, Hautkrankheiten und Verdauungsstrungen. Unter der Leitung des damals sehr bekannten Kur-und Badearztes Dr. Christoph Hartung von Hartungen suchten viele bekannte Persnlichkeiten - darunter Otto von Bismarck, die Brder Heinrich und Thomas Mann und vermutlich auch die Kaiserin Sissi Mitterbad auf. Auch das Sanatorium Hartunghausen - das Dr. von Hartungen als erbauen lie - war ein beliebter Treffpunkt berhmter Persnlichkeiten.
Das Wasser vom Bad berwasser wurde frher hauptschlich gegen z.B. Blutarmut, Schwchezustnde und Frauenleiden empfohlen. Seit Beginn des 19. Jh. gab es hier einen regelmigen Badebetrieb. Das Wasser weist einen erhhten Gehalt von Eisen und Mangan auf und wird daher auch heute noch fr therapeutische Zwecke verwendet. Die Quellfassung wurde im Mai 2009 saniert und das Wasser zu einer Ruheoase gefhrt, die heute allen zugnglich ist. Neu erbaut wird das Bad berwasser, das in Zukunft die alte Bderkultur hoffentlich wieder zum Leben erwecken soll.

Wasser - Hhenluft - Bergkruter: Bergurlaub ist gesund!

Dass gutes Wasser, reine Luft und Bewegung gesund erhalten und auch wesentlich zur Genesung Kranker beitragen, wusste schon der bekannte Kur-und Badearzt Dr. Christoph Hartung von Hartungen, der um die Jahrhundertwende in Ulten ordinierte. Daher hat er zwischen St. Nikolaus und St. Gertraud den Luftkurort Hartunghausen als Sanatorium und Sommersitz errichtet, wo Knstler und Schriftsteller wie Peter Rosegger, Heinrich Mann u.a. auf seine Einladung hin verweilten. Quellwasser trinken, Kneippbder am nahen Wasserfall nehmen und - zur Krftigung der Lungen - Spazierwege im Wald graben, das war die Haupttherapie des Dr. von Hartungen, mit der er auch gute Erfolge erzielte.

Im Sommer 2018 wird die Villa Hartungen wiedererffnet. Yogakurse und Kneipp- und Kruterkuren sollen den Ruhesuchenden helfen, wieder zu sich und zu einer natrlichen Lebensweise zu finden - ganz im Sinne von Dr. von Hartungen.
Auch unsere Vorfahren wussten um die gesundheitliche Bedeutung der Ultner Naturschtze Wasser, Holz und Kruter. Die Einrichtungen und Tfelungen in den heimischen Bauernhusern und - Stuben bestehen vielfach aus heimischem Zirbenholz. Heute feiert das Zirbenholz ein verdientes comeback, denn eine EU-Studie - in Auftrag gegeben vom Sdtiroler Bauernbund - hat die positive Wirkung des Zirbenholzes wissenschaftlich untermauert. Ein gesundes Raumklima, bedingt durch den angenehmen und entspannenden Zirbenduft, ist entscheidend fr einen erholsamen Schlaf.

Schon vor Jahrtausenden wussten die Menschen auch die Heilkraft spezieller Pflanzen und Bergkruter fr sich zu nutzen, jedoch mit dem Einzug der modernen Medizin sind diese zunehmend in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahren erlangte die Pflanzenheilkunde wieder mehr Bedeutung und hat sich heute zu einem Trend entwickelt. Arnika, Kamille und Ringelblume sind nur einige unter vielen Heilpflanzen, die durch ihre vielfltige Wirkung einen festen Platz im Bereich von Gesundheit und Wellness gefunden haben.

Die Kruterbcher der Treiner Rosa

Die beiden Kruterbcher der Treiner Rosa enthalten ca. hundert Rezepte fr Heilmittel wie Blutreinigungstee, Schwedenbitter oder Nervensalbe, die sie verfasst, gesammelt, ergnzt und angewandt hat. Die Treiner Rosa wurde auf dem Oberhof geboren und ist hier aufgewachsen. Nach einem schweren Unfall hat Rosa sich zunehmend mit der Volksmedizin beschftigt. Nach ihrem Tode im Jahr 2000 haben Freunde und Verwandte alle Rezeptunterlagen und Aufzeichnungen gesammelt und aufgearbeitet, um sie in Buchform der Nachwelt zu berliefern. Unter diesem Link finden Sie eine schne Aufbereitung/Besprechung vom neuen Buch der Treiner Rosa: http://blog.wohlgeraten.de/altes-wissen-die-kraeuter-der-treiner-rosa/

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